kommentar zu weltreise






(Auszug einer email an eine chatfreundin)
Ich hab kürzlich in der Glotze einen interessanten Film gesehen > einen Dokumentarfilm.
Ein älteres Ehepaar hatte vor fast 50 Jahren eine Weltreise per Gogomobil gemacht und es wurden Auszüge aus ihrem damaligen Kulturfilm gezeigt und kommentiert . > Sahara + weiter bis Lagos , da hatte ich mich zufällig beim zappen eingeschaltet. Den Autos in den Städten nach, muss das 1958 oder so gewesen sein. Jetzt haben sie den Film in einem anderen "dritten" nochmals gezeigt und ich war diesmal von anfang an dabei. Also die Saharadurchquerung war köstlich > die hatten mindestens ein Dutzend Schutzengele *lach
In Lagos Nigeria hab ich mal ein witziges Erlebnis ghabt. Ich saß in der Lobby des Hotels "Eko-Lagos Holiday Inn" und wartete auf meinen Vertreter, als eine komplette Swissair Crew hereinkam. Auf schweizerenglisch sagte der Captain > we have reservation, please our keys. Antwortet der Einheimische von der Rezeption kaltblütig "you have no reservation, Sir". Da musste ich so laut lachen, dass sich alle nach mir umdrehten. Ich konnte sehen wie der Captain wirklich blöd aus der Wäsche schaute "but we come each week, same day to this hotel" > der Nigerianer unverdrossen, rumblätternd in seinem Reservierungsbuch > "Sorry Sir, no reservation". Schweigen im Walde. Da ist einer der Besatzung weggegangen und kam kurze Zeit mit der Frau Evelyn wieder, die war aus Innsbruck und die Managerin des Hotels. Mei, hat die ihren Angestellten zusammengeschissen, aber der hat nur freundlich lächelnd die Zähne gebleckt und die Schlüssel verteilt. Er wollte halt ein Backschisch haben und versuchte zu tricksen. Die war eine klasse Managerin. Mich haben mal die schwarzen Barkeeper eine "falsche" Rechnung an der Hotelbar (die war im "Dunkeln" im Freien, am Swimmingpool) abzeichnen lassen. Es waren ca. US$ 150 anstatt meiner 3 Biere. Hab das erst beim auschecken gemerkt. Sie hat das problemlos geregelt :o). Ich bin damals übrigens auch mit der Swissair angereist. Auf das kleine schmale Plastikkärtchen mit Aufdruck "Swissair Traveller Club" an meinem Köfferchen war ich damals sehr stolz.
In der "Vor-Aids Zeit" ist mir mal in diesem Hotel von der Bar aus eine Einheimische (schwarz) nachgeschlichen und hat an meiner Türe geklopft. Als ich aufmachte > Zähneblitzen, die hat ganz einfach die Bluse aufgeknüpft und mir keck ihren Busen vor die Nase gehalten. "50 $ US Sir" > es war Samstagabend, ich ein bissl angesoffn > "it’s a deal baby, come in" :o) Minibars gabs damals noch keine so hab ich mir eine 0,35 Johnny Walker black aufs Zimmer kommen lassen :o)
Die sind weiter mit dem Schiff nach Brasilien. Dazu fällt mir sehr viel ein, vor allem zur "Vor Aids Zeit" :o) aber nur ein kurzes Schwänkle am Rande > es gibt ein Foto von mir, wo ich in einem der –zig Strassencafés an der Copacabana sitze, grinsend wie ein Honigkuchenpferd und in jeder Hand einen Busen > jweils in einer anderen Bluse > mein Gott, ich war ein schlimmes Kerlchen früher *lach
Aber was anderes. Jeder Mensch der Rio de Janeiro besucht sollte um 18h einmal wenigstens mit der Gondel auf dem Zuckerhut. Kurz die Abendsonne geniesen und einen Rundblick machen > man versteht dann warum Rio zu den schönsten Städte der Welt gezählt wird.
Meine Auswahl unter denen die ich kenne wäre Rio – Hongkong – Sydney – Kapstadt und San Francisco :o)
Eine lange Dämmerung gibt es nicht in den Tropen und es ist einfach unbeschreiblich schön wenn man von oben sieht, wie so langsam in ganz Rio die Lichter angehen :o) Das muss man erlebt haben. Mein Vertreter gönnte mir öfters das Vergnügen. Drunten aber , in der Hitze der Nacht ist Rio ein tödlicher Dschungel. Das ahnt man beim Betrachten der Postkartenschönheit nicht unbedingt.
Über meine "Abenteuer" in Brasilien könnte ich Bücher schreiben (ich sollte es wirklich machen) , immerhin war ich im laufe von ca. 30 Jahren mehr als 60 mal dort In Sachen Medizintechnik musste ich das ganze Land bereisen von Porto Alegre im Süden bis Belem ganz oben im Norden, wo man meint man ist in Afrika. Auch Brasilia die Hauptstadt und Manaos am Amazonas :o)
Auch vom Titikakasee haben sie schöne Szenen gezeigt. Da hab ich wieder ein sehr pikantes Erlebnis zu berichten. Von dem Sohn unseres Vertreters in La Paz, einem Deutsch Bolivianer namens Bernd A. wurde ich mal eingeladen ein Wochenende auf einer der Inselchen des Titikakasees zu verbringen. Unsere Insel hiess "Paco". Muss lachen : die heisst immer noch so. Mit Lagerfeuer und Übernachtung im Schlafsack. Es war eine ganze Clique, darunter einige Deutsche und AmerikanerInnen. Guitarren und viel gegröhlt *lach. Wein uns Spirituosen vom Feinsten hatten wir mitgenommen.
Sehr schmackhaft beköchelt wurden wir von zwei Aymara Indio Familien, die auf der Insel wohnten. Da hatte ich bewusst zum ersten Mal Meerschweinchenfleisch gegessen. Es hat ähnlich geschmeckt wie das Hundefleisch in Kanton, nur wusste ich dort nicht was mir vorgesetzt wurde. Die Chinesen haben es mir erst hinterher gesagt *lach. Die Indios haben uns später auf der Panflöte vorgespielt , da wurde die Stimmung andächtig, fast verträumt Unsere Schlafsäcke lagen in einem riesigen uralten halbverfallenen spanischen Gutshaus aus dem vermutlich XVII. Jahrhundert mit sehr viel Platz. Ich hatte ein eigenes "Zimmer" . Die Indios haben übrigens diese für den Titikakasee typischen Schilfboote geflochten und ich durfte eine kurze Rundpaddelei mitmachen. Die waren sehr freundlich, die Indios und ebenfalls ihre Lamas, keines hat gespuckt *lach. Ein junger Mann von dem Inselchen hat in La Paz Philosophie studiert, kein Witz und alles organisiert. Er war der Stolz des Inselchens natürlich, da seine Verwandten noch genauso lebten wie die Inka, ihre Vorfahren. Mei, dass ich das alles erleben durfte. Ich hatte schon ein wahnsinnig kurzweiliges Leben, musste allerdings auch sehr hart arbeiten, ohne Erfolg hätten mich die Firmen nicht rausgeschickt in die weite Welt :o)
Nun zu meinem Erlebnis. Bei dem Ausflug dabei war auch ein schwäbisches Ehepaar, beide Lehrer an der Deutschen Schule in La Paz. Dort, wie in allen südamerikanischen Hauptstädte, kann das "Deutsche Abitur" abgelegt werden, es waren beide Studienräte. Die wurden bezahlt von Berlin, früher Bonn . Natürlich war das " a Heidafreid" als die merkten, dass ich Stuttgarter bin ! Es dauerte nicht sehr lange, bis ich bemerkte, dass das muntere Pärchen im Dauerzoff miteinander lebten und sich tunlichst aus dem Weg gingen. Der Lehrer hat ungeniert mit einer Amerikanerin geflirtet und man merkte, zwischen den beiden "war was" > schon länger. Die Frau war reizend und sah auch recht nett aus. Hab ich mit ihr geflirtet und mitten in der Nacht bekam ich einen Kuss und die Dame flüsterte auf schwäbisch "mach a bissle Platz ond lass me neischlupfa , en dein Schlofsack" *lach. Es war etwas beengt aber geil. Sie hatte so ein buntes Armbändchen aus Wolle, typisch für die Andenländer und mir das dann am Morgen an mein Ärmle geknüpft. Obwohl ich am nächsten Tag ein kurzärmliges Wollhemd trug hat es der Alte nicht bemerkt, dass das Armbändle den Besitzer wechselte , oder es war ihm wurscht. Vermutlich. Der hat eh bei seiner Amerikanerin gepennt, daher hab ich diese Sünde auch nicht gebeichtet *lach
Mit dem Bernd. A. habe ich einige tolle Ausflüge gemacht im Land Rover > von La Paz aus hoch hinauf über 4.700 Meter , dann in endlosen Serpentinen hinab bis zu den Anfängen des Amazonas-Urwalds. ( Der Flugplatz von La Paz liegt schon auf 4.000 Meter) War nicht ungefährlich, die Strasse war nicht asphaltiert, nicht sehr breit und knapp am Abgrund. Unten tief im Tal sah man dutzende von Wracks > die LKW’s und Busse kamen sowas von keck um die Kurven, dass ich vor Schreck oft die Augen zumachte. Da sind oft welche zusammengestossen. Dann Stopps in verschlafenen, kleinen Dörfchen > sehr kolonialspanisch, aber jetzt bewohnt von der Indiobevölkerung, den Aymaras. In Peru sind übrigens die Ketschua. Das sind die beiden vorherrschenden Indioprachen der Anden , nicht kompatibel. In der Höhe habe ich wie die Indios und der Bernd A. Cocablätter gekaut, hilft echt gegen die Atemnot durch Sauerstoffmangel in der extremen Höhe und verschafft ein wohlig behagliches Gefühl. *lach
Bernd A. war archäologisch sehr interessiert und hat mir kundig die Ruinen von "Tiahuanaco" mit dem berühmten "Sonnentor" und einiges weitere gezeigt und erklärt, was nicht im Baedeker oder Däniken steht. Nach der Beschreibung in einem der Bücher von Däniken, hatte ich mir das Bauwerk allerdings sehr viel grösser vorgestellt !
Zurück zum Film > gefreut hat’s mich Chichicastenango, Guatemala wiederzusehen. Auch so eine spanische Kolonialstadt mit berühmtem Indiomarkt. Hab ich mal für meine Mutter zum Geburtstag eine hübsch-schaurig-bunte Wolldecke gekauft :o)
> Auch Yosemite und > San Francisco war natürlich wieder schön zu sehen > allerdings hat sich da sehr viel verändert, seit die mit dem Goggo dort waren 1958 ! Ich habe Dir ja erzählt ****, dass ich 1968 dort mal eine knappes Wöchle "unter Hippies" gelebt hatte. Damals gabs noch die berühmte Kneipe "Vesuvio’s" wo sich in den 50iger Jahren die Poeten der "Beat Generation" trafen, auch Jack Kerouac war dort Stammgast, wenn er Frisco besuchte. Ich hatte natürlich eine "Kurzhaarfrisur" weil ich ja aus dem deutschen Berufsleben kam, aber wegen meiner profunden Kenntnisse über Jazz und über die erwähnten Literatur der "Beat Generation" hatten mich die "Zotteligen" sehr akzepiert. Beruflich müsste ich SF auch besuchen, dort finden viele internationale Ärztekongresse statt, wo ich teilnahm als Aussteller. Von San Francisco, die natives mögen es nicht, wenn man ihre wunderschöne Stadt "Frisco" nennt :o), haben sie ihr Gogomobil verladen in Richtung Japan.
Mei, der schneebedeckte Fuji.san :o) . . . ein Berg zum verlieben und zum in den Krater hüpfen, vor Freude am Liebeskummer usw. *lach.
In Tokyo wurde ich mal von einer Vertreterfirma "getestet" anlässlich einer Einladung in ein "Geisha Haus", was wie man auch hier inzwischen weiss, kein Puff ist *lach. Ich habe mich charmant füttern lassen mit Augenaufschlag, von einer Geisha "in Kluft" und auch Sakewein nachschenken :o) Die Gesangsdarbietungen der Geishas zu einer Art Mini-Laute lies ich höflich freundlich lächelnd über mich ergehen Da brauchste Geduld und meinst die hören gar nimmer auf zu singen *lach. Die mich begleitenden Japse waren hochrangige Manager und im, ich sag mal salopp Teehaus, sehr bekannt. Meine freundlich coole Art hat mir deren "Respekt" eingebracht. Es war ein gelungener Abend. Als mir die "Mama.san" zum Abschied ein Küsschen auf die Wange hauchte war das Eis vollends gebrochen, ich hatte den Test bestanden und war akzeptiert und ab gings zum "vergnüglichen" Teil . . . japanische Manager haben alle ein spezielles -Budget für "Unterhaltung" . . . doch lassen wir das, schmunzel. Ganz im Ernst, wer als Besucher zu "sowas",eingeladen wird, hat viel erreicht verhandlungsmässig und wenn man da nicht "mitmacht," geht das positive Image sofort wieder flöten und du verlierst als Manager dein Gesicht. Ähnlich wie in manchen lateinamerikanischen Ländern. :o)
Die Weltreisenden sind dann übergesetzt aufs Festland von Asien und ich durfte auch was von Indien wiedersehen. Natürlich habe ich ebenfalls sehr viel von Indien gesehen und war und bin von der Baukunst usw. sehr beeindruckt, aber zwei spezielle Erlebnisse haben mich irgendwie fasziniert > in Delhi gabs ein Restaurant, da war die Speisekarte aus Seide und der Text mit Seidenfäden gestickt > sogar auf englisch > ein Kleinod und bezauberndes Kunstwerk. Entsprechend war der Curry > die Gewürze vermittelten ein kulinarisches Feuerwerk auf der Zunge.
Das andere Erlebnis war noch beeindruckender. Der Vertreter, der in Chicago einen Master als Ingenieur gemacht hatte, stellte mich seinem Vater vor, der ältere Herr war damals ca. 80 Jahre alt. Er bestand darauf uns überall zu begleiten, schlieslich war er der Firmengründer, 1925. Also, ich saß in der Lobby des weltberühmten "Tadj Mahal" Hotels in Bombay, im neuen "Intercontinental Turm" im amerikanischen Stil und wartete. Die beiden kamen und der "junge Vertreter " lief in der Halle rum um mich zu suchen. Sein Vater stand wartend, bekleidet mit einem indischen Wams mitten in der Lobby, stocksteif und ohne die Miene zu verziehen. Ein baumlanger grauhaariger Nordinder, mit herausspringender Hakennaseso stand er da, würdevoll und stolz > barfüssig mit Jesus Sandalen, inmitten der internationalen "Manager", ein echter Aristokrat altindischer Schule *lächel. Da war ich doch etwas bewegt, als ich das sah.
Das sind die Kerle mit deren Vorfahren Alexander der Große und sein Heer sich herumprügeln musste.
ICH allerdings habe im "alten" traditionellen britischen Teil des Hotels gewohnt, da gabs übrigens keine "a/c" dafür einen riesigen Propeller an der Decke. Die Möblierung war noch im Stil der >ich vermute> 20iger Jahre. Wenn ich zum Fenster rausschaute hatte ich einen herrlichen Ausblick auf das sehr berühmte "Gate of India" :o)
Die sind dann weiter über Pakistan nach dem Iran. (An mein Schlüsselerlebnis in Teheran denke und schmunzle) und von dort übergesetzt nach Kenia. Leider war ich, ausser in Addis Ababa, der Haupstadt Äthiopiens niemals in meinem Leben in Ostafrika. Ein weisser Fleck auf meiner Landkarte. Warum weiss ich nicht, da ich Westafrika öfters bereisen musste.
In Chartum, Sudan war ich auch mal kurz auf der Anreise nach Saudi Arabien, aber das ist ja schon Nord-Ostafrika. "Chartum, a nice place to leave behind, hatte ein Engländer im Flieger zu mir gesagt". He was so right :o)
Von dort sind sie hochgefahren bis zum Mittelmeer und irgendwann hat dann ein Frachter in Hamburg am Kai festgemacht und das brave Automobil wurde entladen. Ein Hansa Gogomobil, über Stock und Stein um die Welt, ich glaub es nicht !
Es war für mich ein beeindruckender Film. Die beiden erzählten später noch mit dem Gogomobil Australien und Neuseeland abgefahren zu habe. Muss mal aufpassen ob auch dieser Dokumentarfilm einmal gezeigt wird im Fernsehen, um wieder meinen Senf abzugeben *lach

3 Comments:
kein Kommentar? Dann hau ich noch ein bissl auf den Putz *g* :
(Auszug einer email an eine Chatfreundin die Bali auch kennt)
In Bali kenne ich mich von 3 einwöchigen Besuchen her doch recht gut aus. Die hat mir meine frühere irmeninhaberin „geschenkt“ auf dem Weg nach Australien,nachdem ich bereits 4 Wochen sehr angestrengt in Südostasien meine Pflichten erfüllt hatte. Man kann nicht wochenlang „full speed“ malochen. Nebenbei wurde noch das riesige staatliche Krankenhaus besucht.
Ich hab immer ein bissl ausserhalb gewohnt in einem der kleinen Bungalows des Hotels "The Oberoi Bali". In dem "red light district" wo die Bomben hochgingen war ich allerdings nie, wenn mir nach sowas zumute war, so gab's in New York, Tokyo, Sao Paulo, HongKong usw. Lokalitäten mit doch wesentlich mehr Stil !
Der Vertreter für Indonesien hatte Filialen im ganzen Lande, die ich alle besuchen musste. Das da nie einer von den früher doch sehr abenteuerlichen Flieger runtergefallen ist > Schutzengele sei Dank ! Der Tsunami hätt mich an einigen Orten voll erwischt, besonders in Sumatra. Sein Hauptsitz war Yogya(karta). Dies hatte den Vorteil, dass ich auch die weltberühmte Anlage "Borobodur" (blieb unbeschädigt beim Erdbeben) und die vorgelagerten Hindu Tempel (laut Glotze nur noch ein Trümmerhaufen)ein paarmal besuchen konnte. Wie traurig ich jetzt bin, nach dem schrecklichen Erdbeben kannst Du Dir sicher vorstellen !
Zurück zu Bali. Dort hatte seine Frau einige ganz reizende Verwandte und man hat mich mit dem Wagen kreuz und quer durch die Insel gefahren. Immer nach meinem Wunsch und so hab ich in meinem Buch "Monumental Bali" > Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit abgehaken können. Alle neun wichtigen Tempel. Einmal habe ich an der Hotelbar eine bezaubernde deutsche business lady kennengelernt. Die hat als Sales Manager South East Asia für einen Global Player der Deutschen Kosmetikindustrie gearbeitet, mit Büro in Singapore. Später hat man sich dort mehrmals getroffen, zum "dinner". Wir kamen uns etwas "näher" beim Besuch des Tempels "Ge Goa Lawah" (auch Fledermaustempel genannt), denn als sie die tausenden von Viecherln gesehen hat, klammerte sie sich vor Schreck an mich. *lach.
Genauso wichtig war es mir, die "natives" auf den "Dörfern" kennenlernen in ihren einfachen, aber blitzsauberen meist Hütten aus Stroh. Federvieh ist rumgetrippelt , kleine schwarze Schweindl haben sich wohlig gesuhlt > ist es mein Karma als Schweindl wiedergeboren werden zu müssen, dann bitte dort *lach > und viele Babys sind auch überall rumgekrabbelt. :o) - Wir haben sozusagen Verwandte von Verwandten besucht. Mal reiche Leute , mal einfache Leute. Bei den "einfachen" hats mir am besten gefallen > die waren so perplex plötzlich mit einem blonden Ausländer konfrontiert zu werden. Aber auch ein paar misstrauische Blicke dabei, von den ganz Alten , die dachten ich wäre ein Holländer *lach. Immer gabs ein Cola oder ein Bier für mich und ab und an wurden wir auch zum Essen dabehalten. War echt schön. Einmal war ich eingeladen zu einer typischen balinesischen "Beerdigung" mit Leichenverbrennung auf dem Holzgerüst und anschliessend ab mit der Asche ins Meer :o) Ein ethnologisch faszinierendes Schauspiel, aber auch sehr zeitaufwendig. Nun, es wurde auch wacker geschmaust und getrunken und ich als "Ehrengast" mittendrin :o)
Ich schick als Anlage ein Photo von einem Aquarell mit einem Thema aus der balinesischen Mythologie > ich finde die böse "Hexe" besonders gelungen. Hab's gekauft bei der Rudana Fine Art Gallery, in der Artist Community von Ubud. Mir gfällts.
Tja, das schöne Bali > ich werde es persönlich wohl genausowenig wiedersehen wie die schönen Inselchen > Tahiti & Bora Bora (franz. Polynesien), die Galapagos, Jamaica, Martinique oder die Osterinsel. Zumindest nicht mehr auf Firmenkosten *lach.
ja der Mao ! (Auszug aus einer email)
ich hab eine Mao Bibel aus dem Jahre 1967 > mit dem original roten Plastikeinband, da hab ich reinkeklebt (ausgeschnitten aus einer Spiegelausgabe > Mao Tse Tung opferte allein seiner Idee vom " großen Sprung nach vorn " mindestens 50 Millionen Chinesen" > das sind meiner Meinung nach weitaus mehr als alle Stalins und Hitlers, aber auch Roosevelts und Churchills zusammen auf dem Gewissen haben !
Im Nationalmuseim von Taiwan quetschte mal eine deutsche Touristin ihre Nase platt an einer Vitrine mit filigranen Elfenbeinschnitzereien und bemerkte "alle diese wunderschönen Figürchen hat der Chiang Kai Tschek seinerzeit dem Mao gestohlen". Ich habe darauf so laut geantwortet, dass die gesamte Gruppe von Dr. Tigges Reisen mithören musste "hätte er sie in China zurückgelassen, dann hätten sie dem Mao seine Roten Garden mit dem Hammer zerschlagen" > sie schwieg betroffen.
Zu Lateinamerika: (Auszug email)
Andererseits haben weder die Touristengruppen z.B. von Dr. Tigges und dergleichen, noch die meisten Rucksacktouristen, die sich meistens hochtrabend "travellers" nennen, einen wirklichen Einblick in die Welt der Einheimischen bekommen. Meistens scheitert das sowieso an mangelnden Sprachkenntnissen. Ich durfte auch diese Menschen kennenlernen bei meiner 30 jährigen Reisetätigkeit weltweit., da ich mit den VerkäuferIinnen der Vertetungen und Kunden weltweit tausende von Krankenhäuser besucht habe und dabei viele private Freundschaften entstanden sind. Auch mit ÄrztInnen, Krankenschwestern. Also habe ich nicht nur mit den Firmeninhaber und sonstigen „Big Bossen“ gesprochen :o)
Natürlich habe ich auch nicht abgelehnt wenn mir der Sr. Z***** in México seine Privatmaschine angeboten hat um mal schnell übers Wochende nach Acapulco zu fliegen .(mit Piloten natürlich, es war ein kleiner Business Jet) und in seinem Strandbungalow zu nächtigen, anstatt an der Hotelbar oder am Pool rumzusaufen. Immerhin habe ich bei so einem Ausflug mal den Teddy Staufer kennengelernt, falls Dir der Name was sagt > damals schön steinalt und knorrig wie eine alte schweizer Eiche, aber immer noch umflattert und umschwärmt von knackigen jungen Damen *lächel
Südamerika habe ich mit dem Bus bereist "rundherum" > in Etappen natürlich > zB von Lima nach Santiago de Chile mit ewigen eintönige Fahrten durch die Wüsteneien. Unterbrochen, noch in Peru von Nazca usw. . Aber auch "breathtaking" Ausblicke bei der halsbrecherischen Andenüberquerung dann von Chile nach Argentinien. Mein Gepäck hab ich jeweils per Luftfracht unbegleitet vorausgeschickt. Die Vertreter haben dieses dann aus dem Zoll geholt, musste ich nicht dabeisein, die hatten ihre Beziehungen beim Zoll. Bißchen Dolares waren sicher auch mit im Spiel.
Witzig war meine „Ankunft“ im Hotel Intercontinental Tequendama in Bogotá, Kolumbien. Dies stellvertetend für all die andern Hotels *lach. Von dem Busbahnhof dorthin hab ich mir ein Taxi genommen und der Taxifahrer hat mich ganz erstaunt angeschaut „mein Herr, das ist das teuerste Hotel in Bogotá“ . Genauso erstaunt war der Chefportier „ wo kommen Sie denn her Herr Blank“ ! *lach. Ich sah natürlich etwas ziemlich „verwildert“ aus: unrasiert in schlimmem Räuberzivil mit Seesack :o) Der Direktor des Empfangs kam auch sofort auf mich losgestürzt > „ihr Vertreter hat schon vor einigen Tagen ihre Köffer vorbeigebracht. Ihr Zimmer ist schon bereit und wir haben alles in die Schränke eingeräumt und manches gereinigt“. Ich hatte zuvor 2 Wochen Venezuela bereist und den Koffer persönlich am Flughafen in Caracas aufgegeben mit Herrn Istoc, dem venezolanischen Vertreter. Herr Peter Dick, einer der Firmeninhaber der kolumbianischen Vertretung kannte die Zahlenkombination. Der Hotelmanager hat mich trotz Räubezivil zu einem Willkommens-Drink eingeladen in der Lobbybar und manche der Anwesenden „feinen Pinkel“ hatte erstaunt die Nas‘ gerümpft bei meinem Anblick. Erstaunt auch durch die herzliche Begrüssung seitens der Barkeeper, die mich ja seit vielen Jahren kannnten. :o)
Okay ich bin dann aufs Zimmer und hab mich „frischgemacht“ . Genausoblöd haben’s ebenfalls g’schaut als ich gestyled mich dann mit Herrn Dick erneut an die Lobby-Bar setzte. Dieser war zu meiner Begrüssung auch noch gekommen :o)
Insgesamt waren es immerhin 10 Länder die ich „unsicher“ machte. :o) Als ich später diese Strecken oft abgeflogen bin musste ich vergnügt lächeln und denken > DU weißt auch wie’s unten ausschaut. :o)
Für die Busfahrten war ich zünftig gestyled: Jeans, anfangs Cowboystiefel die ich mir in Texas gekauft hatte, welche aber zu viele begehrliche Blicke anzogen > daher später „Nike“ *lach > Baumwollhemd und Parka & nato-olivenen Seesack.
Insgesamt konnte ich das Abenteuer innerhalb von 5 Jahren durchziehen, von Caracas Venezuela bis Belem in Brasilien.
Ich tat das mit der Erlaubnis der Firmen. Was ich abschliessen musste war eine zusätzlich private Unfallversicherung. Ein bissl unfair bzw. unsportlich gegenüber den "richtigen" travellers war nur, dass ich gut versteckt am Körper meine Kreditkarten hatte, also unbegrenzt Zugang zu Bargeld in einem Notfall. Und natürlich hätte ich die Infrastruktur der Vertretungen in den jeweiligen Ländern zur Verfügung gehabt. Übernachtet habe ich allerdings in denselben Quartiere wie diese, war ja ein bissl auf deren Ratschläge angewiesen, die ich auch gerne annahm. Herrlich, wenn man mitten in der Nacht in den Absteigen zusammensaß > Amis, Franzosen, Australier, Deutsche viele lateinamerikanische Studenten auch darunter und man berauscht von Wein und Fusel , bekifft und furchbar glücklich "dazusein aud der Welt" > zu Gitarren und Flöten Lieder aus den jeweiligen Ländern sang, oder alle gemeinsam die damals populären Cat Stevens Songs gröhlten :o) Diese Gemeinschaftsgefühl war schon was ganz besonderes *lächel
Tja .... ein paar Tage später dann wieder zurück in den Alltag von Intercontinental, Sheraton oder Hilton. War aber auch schön, wieder frischgebadet und mit sauberen und geschnittenen Haaren erneut in ein weisses Hemd zu schlüpfen, ich will's nicht leugnen *lächel
Aber zu Gran Canaria fällt mir was ein Jutta. Da war ich oft geschäftlich, wegen dem riesigen staatlichen Krankenhaus. Hatte da eine nette zweimal fünfwöchige Standard-Mittelmeerrundreise jährlich, als ich noch nicht ausschlieslich im > Übersee-Einsatz war > Stuttgart - Barcelona - Madrid - Lissabon - Las Palmas - Teneriffa - Casablanca - Tunis - Algier- Cairo – Beirut ( damals landeten dort noch die privaten „Caravelles“ der Ölscheichs) – Ankara - Istanbul und Athen.
Also, da stand ich mal an der Hotelbar nach Feierabend im Nobelhotel > noch gestyled mit
dunklem Blazer (mit echt goldnen Knöpf gell), blütenweissem Hemd, ebensolchem Einstecktüchle und ausgesprochen dezenter Krawatte unter all den Neureichen im Hawaihemd. Muss so so um die 1970 gewesen sein, damals lebten die vereinigten Schrotthändler noch *lach > und hörte wie eine fette alte Tucke zu ihrem nicht minder fetten Legalbesteiger sagte > "Du
Männe, dea Kellna muss aus Maljo'ca sein" "wie kommste da drauf Purzel?" "dea Kellna hat "gratzias" jesacht, det hat dea Kellna in Maljo'ca ooch imma jesacht" > ich musste sowas von prusten und habs den Barkeepern erzählt, die sich fast nassmachten vor wiehern. Ich war dann plötzlich der Mittelpunkt wegen meinem outfits und dem spanisch > was meinste wie ich da schwadroniert habe > ich hab denen Stories aus Südamerika erzählt > vollgestempelten Pass gezeigt natürlich > der Münchhausen hat sicher rotiert in seiner Gruft vor Lachen > teilweise hats ja gestimmt > Revolution in La Paz und rollende Panzer in der Nacht, klingt scheusslich das Kettengerassle.
Und ich habe nicht zu > knapp gepichelt "jetzt trinkense ma' noch eenen junga Mann" > :o)
Zwei Ecken weiter stand noch das billige Touristenhotel wo ich 1966 oder so als Touri und junger Spund ein Wöchle kampierte. Kurzurlaub mit "Hetzel" war damals
"in" im Schwobeländle. Dort lag mal drei Tage und Nächte eine sehr angesoffene Finnin (Lehrerin) in meiner Koje > war ned so einfach die aufzureissen, da ich zwar von sehr gefälligem Ausseren und eloquent war aber halt blond und die suchte zum vögeln eigentlich einen dunklen "feurigen" Spaniaken :o)
Die war sowas von „blau“ und schlecht war’s ihr > frage nicht. Mei, als Kavalier war es meine Pflicht die wieder „transportfähig zu machen für den Rückflug nach Finnland :o)
Gegenüber von der Absteige war ein kleines Restaurant "Chez Michel" das gehörte einem Deutschen, ehemaliger Fremdenlegionär, dann regulär übernommen in die französische Armee als Feldwebel und im Einsatz im Senegal, an der Côte d' Ivoire und in Cameroun gewesen (cameroungeniert an Furz lasse? ;o) > der hat mir ein Fläschchen schlimmster Brühe
zusammengebraut und ich ihr's eingeflöst mit List und Tücke !
Mei, der Michel, wenn der anfing seine Schnurren zu erzählen :o) Er sagte immer gerne> "weit hab ich's net gebracht im Leben, aber ich hab hier mit schönstem Klima mein Auskommen und lebe wesentlich freier und ungebundener als mein eigener Herr, als wie viele meiner ehemaligen
Kameraden irgendwo in Südfrankreich in einem Altersheim der französischen Armee". Der hat auch manche Runde geschmissen auf's Haus a tà santé Michel > Friede deiner Asche ! Ein übriges tat eine gemeinsame kalte Dusche und ein Tag fast nur pennen. Dann war sie wieder
fit für den Weg zum Flughafen *lach.Ich hab sie begleitet bis dann der Flieger in der Luft war, unterwegs nach Helsinki.
Von zuhause aus hat sie mir dann einen sehr lieben Dankesbrief geschrieben und mehrmals betont, dass sie ohne meine Hilfe a) das Flugzeug niemals erreicht hätte und b) wohl
im Krankenhaus zur Entgiftung gelandet wäre. Wir haben noch Jahre sporadisch und dann immer sporadischer hin- und hergeschrieben und uns sogar noch ein paarmal getroffen > Jahre später in Helsinki und in besserem Ambiente. Da war ich schon Exportmanager.
Einmal hab ich sie eingeladen in "das" Nobelrestaurant von Finnland zum Nachtmahl > mei,
da wurde meine Kreditkarte blass, als ich sie auf die Rechnung legte.
Ich hab noch eine herrliche Geschichte auf Lager > mit dieser Dame, die
man einfach mögen musste. Aber die erzähle ich ein andermal.
im nachhinein finde ich meine berichte schon etwas frivol. *frommschau*
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